News // Pokemon Go - Datenschutz No-Go

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Überall in den Medien wird über den Erfolg des Smartphone Games “Pokemon Go“ berichtet. Der Hype um die Pokemon Spieleserie, die auf dem Gameboy begann, ist ungebrochen. Das Videospiel hat  laut aktuellen Pressemeldungen mehr aktive Nutzer als Twitter. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter der glänzenden Hype Fassade?

Das Spielprinzip - eine Neuauflage von Geocaching

Vom Grundprinzip ist Pokemon Go eine moderne Version von Geocaching, nur dass man keine realen Gegenstände an markierten Orten findet, sondern Pokemon oder andere nützliche Gegenstände, die einem im Spiel weiter bringen.

Der gläserne Gamer

Um das Game spielen zu können braucht Pokemon Go folgende Zugriffsberechtigungen: GPS, Kamera, Kontakte und  Speicher  – Die besten Voraussetzungen um detaillierte Bewegungsprofile erstellen zu können. Da es sich bei dem Spiel um Geocaching gepaart mit Augmented-Reality handelt, weiß die App 1. immer den genauen GPS Standort des Spielers und 2. bekommt sie dazu noch live Bildmaterial.

So können detaillierte Bewegungsprofile mit Videodaten erstellt werden. Was mit den aufgezeichneten Daten passiert oder wie diese gegen Zugriff von außen abgesichert werden, das weiß keiner. Wem seine Privatsphäre wichtig ist, der sollte auf das Spiel verzichten.

Das perfekte Rezept zur freiwilligen Überwachung

Pokemon Go ist das perfekte Rezept um eine möglichst große Anzahl an Personen sehr genau überwachen zu können: Man nehme ein Videospiel das sehr erfolgreich war, setzt dieses neu auf und sammelt von den Nutzern sämtliche Daten (inkl. Videos), die man bekommen kann. Der Nutzer stellt diese Daten bereitwillig zur Verfügung, da er die Neuauflage seines alten Lieblingsspieles natürlich spielen möchte. Was mit den aufgezeichneten Daten passiert, wer diese verwendet oder weiterverarbeitet, ist nicht immer klar.

Eines ist jedoch sicher
Die Betreiber haben sich in den Datenschutzbestimmungen das Recht einräumen lassen, personenbezogene Informationen aus Sicherheitsgründen nach eigenem Ermessen mit Regierungen, Ermittlungsbehörden und sonstigen staatlichen Stellen oder Privatpersonen zu teilen:

https://www.nianticlabs.com/privacy/pokemongo/de
3. Weitergabe von Informationen an Drittanbieter, Absatz e.

Somit können die Daten rein theoretisch an jeden weitergegeben werden, wenn es der Betreiber Niantic für "angemessen" hält.

Fazit

Für die kostenlose App bezahlt man im Endeffekt einen sehr hohen Preis mit seinen persönlichen Daten. Und Daten sind das Öl der digitalen Industrie / Gesellschaft.

Update (20.07.2016)

Laut Medienberichten reicht der Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) eine Abmahnung gegen das Entwicklerstudio Niantic ein. Die 15 Klauseln aus den Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen von Pokémon Go verstoßen gegen deutsche Gesetze.

Verbraucherschützer reichen Abmahnung gegen Niantic ein - golem.de

Weitere Artikel zum Thema Datenschutz bei Pokemon Go:

Pokémon-Go-Debatte: Armutszeugnis für Datenschutz - internetworld.de
Game over für den Datenschutz: Warum die Hysterie um Pokémon Go so gefährlich ist - t3n.de
Datenschutzerklärung von „Pokémon Go“: Großzügige Erlaubnis zur Datenweitergabe an staatliche Stellen - netzpolitik.org

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